Die Dobrudscha- und Bulgariendeutschen

bgIn der – zwischen dem Unterlauf der Donau und dem Schwarzen Meer gelegenen – Dobrudscha (rum. Dobrogea) siedelten Deutsche seit den 1840er Jahren, als das Gebiet noch unter osmanischer Oberhoheit stand. Sie zogen aus dem nördlich benachbarten Bessarabien und aus der Ukraine zu. Noch in den 1920er Jahren entstanden Tochtersiedlungen. Es war eine ganz überwiegend bäuerliche Bevölkerung, doch lebten Deutsche auch in der Schwarzmeerstadt Konstanza (rum. Constanta). Neben Rumänen (um 1930 40 Prozent der Bevölkerung) und Bulgaren (um 1930 25 Prozent) stellten sie (mit 1,5 Prozent) eine der vielen kleineren Volksgruppen, die in dem etwa 23.000 qkm großen Gebiet lebten: Türken, Tataren, Russen, Griechen, Tscherkessen, Juden usw. Die Menschen der Dobrudscha waren unabhängig von ihrer Volkszugehörigkeit regelmäßig zwei-, drei- oder viersprachig. Nach dem russisch-türkischen Krieg von 1877/78 kam die Dobrudscha an Rumänien, die Süd-Dobrudscha, wo aber nur einige hundert Deutsche lebten, gehört/e 1878-1913, 1918/19 und seit 1940 zu Bulgarien. Nach dem Eintritt Rumäniens in den Ersten Weltkrieg wurden viele Deutsche 1916/17 interniert.

Nach Vereinbarungen des Deutschen Reichs mit Rumänien vom 22.10.1940 und mit Bulgarien vom 21.11.1941 wurden insgesamt ca. 16.000 Deutsche aus dem Gebiet umgesiedelt, davon je knapp 6.000 ins „Reichsprotektorat Böhmen und Mähren“ und ins Wartheland, von wo sie 1945 wie die dort ansässigen Deutschen flüchteten oder vertrieben wurden.

Im Mai 1950 wurde die Landsmannschaft der Dobrudschadeutschen (seit 1955:… Dobrudscha-und Bulgariendeutschen) in der Stadt Heilbronn gegründet, die 1954 auch die Patenschaft über die vertriebene Volksgruppe übernahm.

7 Responses to Die Dobrudscha- und Bulgariendeutschen

  1. alois weissinger says:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    bin auf der suche einer Karte der Siedlungsgebiete der Deutschen in Bulgarien.
    Würde mich auf eine Rückmeldung freuen.

    Mfg
    alois weissinger

  2. Heinz says:

    Auf http://www.dobrudscha.eu/karte.html sind dei Orte mit ehemals Deutscher Bevölkerung in der Süddobrudscha zu sehen. Bitte einfach mal auf einen Kresi mit Zahl im südlichen Bereich klicken. Dann für weitere Details auf die blauen Sticker.

  3. Fischer says:

    Hallo,
    ich interessiere mich für das Buch Lebensweg der Dobrudschadeutschen in Bildern 1840-1940.
    Weiß jemand wo man es auf deutsch kaufen kann?
    Gruß Gabi

  4. Zum einleitenden Text folgende Aktualisierung:

    Die Dobrudscha- und Bulgariendeutschen werden seit 2009 durch den Bessarabiendeutschen Verein vertreten.
    http://www.bessarabien.de

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