Die Bessarabiendeutschen

BBess_thumbessarabien ist gebietlich im wesentlichen identisch mit der seit 1991 unabhängigen ehemaligen Sowjetrepublik Moldawien (Moldova) zwischen den Flüssen Dnjestr und Pruth. Nachdem das Land 1812 von den Osmanen an Rußland abgetreten worden war, wurde es bald unter Zar Alexander I. wie andere Grenzregionen des Zarenreiches zum Zielgebiet einer systematischen Neubesiedlungspolitik. Zwischen 1814 und 1818 entstanden vor allem durch Ansiedler aus Kongreßpolen 13 deutsche Kolonien mit Namen wie Leipzig, Wittenberg oder Paris. 1821-1842 kamen elf weitere Kolonien hinzu. Aus diesen entwickelten sich bis zum Vorabend des Ersten Weltkrieges Dutzende weitere Tochterkolonien. Die Zahl der fast ausschließlich bäuerlichen deutschen Bevölkerung in Bessarabien stieg zwischen 1861 und 1919 von 33.000 auf 79.000 (drei Prozent der Bevölkerung; 64 Prozent Rumänen). Im Kreis Akkerman stellten Deutsche Ende des 19. Jahrhunderts 16,3 Prozent der Bevölkerung. Siedlungsgeschichtlich gehören die Bessarabien-Deutschen nicht zu den Rumänien-, sondern zu den Rußlanddeutschen.

Im Februar 1918 konnte sich das Land während der Wirren des russischen Bürgerkrieges für „unabhängig“ erklären und zwei Monate später Rumänien anschließen, bevor es im Juni 1940 nunmehr von der Sowjetunion annektiert wurde. Aufgrund deutsch-sowjetischer Absprachen wurden die inzwischen rund 86.000 Bessarabiendeutschen im September/November 1940 je zur Hälfte nach Westpreußen und in den „Warthegau“ umgesiedelt, wo sie Anfang 1945 das Schicksal der übrigen Deutschen dort teilten. Einige Tausend wurden nach Sibirien verschleppt bzw. nach sowjetischem Verständnis „repatriiert“, da man alle Menschen aus den 1939/1940 annektierten Gebieten Rumäniens, Polens und des Baltikums für sich reklamierte. Etwa 10 Prozent haben Krieg, Vertreibung und Verschleppung nicht überlebt.

Aus einem schon im Herbst 1945 gebildeten „Hilfswerk für ev. Umsiedler“ ging … die Landmannschaft der Bessarabiendeutschen hervor, die von Anfang an in Stuttgart ihren Sitz hat. Stuttgart übernahm auch die Patenschaft über die Volksgruppe.

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