Die Banater Schwaben

BanatDas Banat wird begrenzt durch mittlere Donau, Theiß, Marosch und die Ostgrenze Siebenbürgens. Durch den Frieden von Passarowitz (1718) ging es von den Osmanen an die Habsburger über, bis 1778 blieb es Krondomäne unter eigener Verwaltung, dann fiel es an Ungarn.

Die Banater Schwaben kamen wie die anderen donauschwäbischen Siedler (siehe Donauschwaben) im Zuge der planmäßigen Kolonisierung des Donauraums durch die Habsburger nach dem Ende der Türkenherrschaft in den 1720er Jahren. Um 1900 wanderten etwa 90.000 Schwaben nach Übersee aus. 1910 stellten 388.000 Deutsche 24,5 Prozent der Bevölkerung des ungeteilten Banat.

Nach dem Ersten Weltkrieg mußte Ungarn 1920 im Frieden von Trianon den größten Teil des Banats (19.000 qkm) an Rumänien abtreten (9.000 qkm fielen an das „Königreich der Serben, Kroaten und Slowenien“,ab 1929: Jugoslawien, nur 270 qkm verblieben bei Ungarn). Ein „Schwäbischer Nationalrat“, der sich im Dezember 1918 gebildet und zu den Friedensverhandlungen nach Paris eine eigene Delegation entsandt hatte, konnte die Teilung des Banat nicht verhindern.

Obwohl in den Jahren 1921-30 42.000 Schwaben aus wirtschaftlichen Gründen aus dem rumänischen Banat nach Übersee ausgewandert waren, lebten 1930 275.000 Deutsche dort, stellten ein Fünftel der Banater Bevölkerung und waren damit noch vor den Siebenbürger Sachsen (237.000) die größte Gruppe unter den insgesamt damals 745.000 in Rumänien gezählten Deutschen. Sie wurden im allgemeinen nicht diskriminiert, weil man in ihnen innere Verbündete gegen die separatistischen Ungarn sah.

Nach dem Übergang Rumäniens in das Lager der Alliierten im August 1944 und vor dem Einmarsch der sowjetischen und jetzt mit diesen verbündeten rumänischen Truppen konnten etwa 70.000 Banater Schwaben evakuiert werden oder flüchteten nach Österreich und Deutschland. Im Januar 1945 wurden 40.000 zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion verschleppt, von denen wenig mehr als die Hälfte zurückkehrte. Bezogen auf die Gesamtzahl der Rumäniendeutschen ist davon auszugehen, daß im Krieg als rumänische oder deutsche Soldaten, bei der Flucht, dem Einmarsch sowjetischer und zum Teil jugoslawischer Einheiten und den folgenden Repressionen fast 50.000 Schwaben umgekommen sind.

1948 wurden im rumänischen Banat 170.000 Deutsche gezählt. 1951 wurden 10.000 von ihnen zusammen mit anderen Volksgruppen und rumänischen „Klassenfeinden“ aus den unmittelbar an Tito-Jugoslawien grenzenden Gebieten in die Baragan-Steppe in Südostrumänien deportiert.

In den folgenden Jahrzehnten sind in Folge der bis 1989 schweren und schikanösen Lebensbedingungen Zehntausende nach Deutschland ausgesiedelt. Nach dem Ende der Ceausescu-Diktatur verließen von 1989 bis 1991 über 160.000 Deutsche Rumänien, etwa die Hälfte dürfte aus dem rumänischen Banat stammen. Heute leben nur noch wenige 20-30.000 – zumeist ältere – Deutsche im Banat. Sie sind seit Anfang 1990 organisiert im „Demokratischen Forum der Banater Deutschen“.

Im Mai 1950 gründete man die Landsmannschaft der Banater Schwaben (bis 1989:…aus Rumänien) in München, wo sie heute noch ihren Sitz hat. Pate der Banater Schwaben aus Rumänien war von 1967 bis 1998 das Saarland.

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