Das Bernsteinzimmer – seine Entstehung in Brandenburg-Preußen und sein Schicksal

Vortrag von Dr. Burkhardt Göres

am 29. März 2017 um 18:30 Uhr

Veranstaltungsort: Neubau des Ostpreußischen Landesmuseums,

Heiligengeiststraße 38, 21335 Lüneburg

Eintritt: 5,- €


Die Entstehung des Bernsteinzimmers in Brandenburg-Preußen war über lange Zeit nur wenig
bekannt. Was veranlasste den ersten preußischen König Friedrich I., ein solch außergewöhnliches
Kunstwerk herstellen zu lassen? Und warum schenkte sein Sohn Friedrich Wilhelm I. das kostbare
Getäfel 1716 dem russischen Zaren Peter I.? Dieser ließ es in seinem ersten Winterpalast einbauen,
doch dann geriet interessanterweise die Erinnerung in Berlin ebenso wie in St. Petersburg für
Jahrzehnte in Vergessenheit. Nachdem Peters I. Tochter Elisabeth auf das Großkunstwerk
aufmerksam gemacht worden war, ließ sie es in den 1740er Jahren in ihrer Winterresidenz einbauen.
Erst 1755 sollte es dann seinen endgültigen Standort im Großen Schloss von Zarskoje Selo, dem
heutigen Katharinenpalast, finden. Hier wurde das Bernsteinzimmer nach dem Einmarsch der
Wehrmacht im Herbst 1941 vom sog. Kunstschutz ausgebaut und in das Schloss Königsberg
überführt, wo es im Laufe des Krieges verloren ging. Nach Aussagen von Alfred Rohde, dem letzten
Direktor der Kunstsammlungen des Königsberger Schlosses, ist das Getäfel bei der Eroberung der
Stadt durch die Sowjetarmee zerstört worden.
Dr. Burkhardt Göres, geboren 1943 in Berlin, studierte Kunstgeschichte und Geschichte an der
Berliner Humboldt-Universität und war wissenschaftlicher Mitarbeiter und Kustos der Möbelsammlung
des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Museen zu Berlin (Schloss Köpenick). Von 1974 bis
1978 war er mit einem Forschungsstipendium an der Staatlichen Eremitage St. Petersburg (damals
Leningrad) beschäftigt, 1979 wurde er in Leningrad promoviert. Ab 1978 war er stellvertretender, von
1983 bis 1992 Direktor des Berliner Kunstgewerbemuseums. Von 1996 bis 2008 war er
Schlösserdirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. In dieser Zeit
war er dafür verantwortlich, dass die Einrichtungen in der Mark Brandenburg (Rheinsberg, Caputh,
Oranienburg, Königs Wusterhausen, Paretz) und in Potsdam (Marmorpalais) als Museen
wiedergewonnen wurden. 1998 wirkte Dr. Göres als Experte für die Echtheitsbestimmung bei der
Beschlagnahme eines Originalmosaiks aus dem Bernsteinzimmer durch die Kriminalpolizei in Bremen
mit. Von 1999 bis 2003 war er als deutsches Mitglied des Expertenrates an der Rekonstruktion des
Bernsteinzimmers beteiligt.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung „Bernstein – goldenes Fenster zur Vorzeit“ statt,
die im Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg vom 25.11.2016 bis 01.05.2017
gezeigt wird.

Das Ostpreußische Landesmuseum 5  wird zurzeit umgebaut und modernisiert. Die Dauerausstellung ist aktuell geschlossen.

Teil der Maßnahme ist ein vom Architektenbüro Gregor Sunder-Plassmann errichtetes neues Eingangsgebäude, das den Museumszugang in die Heiligengeiststraße verlegt hat. Hier finden unsere Veranstaltungen und Wechselausstellungen statt. Die neue Dauerausstellung zu Ostpreußen und der Deutschbaltischen Abteilung wird nach den Umbaumaßnahmen frühestens 2018 wiedereröffnet. Das Landesmuseum wird institutionell durch die Bundesrepublik Deutschland auf Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestages und durch das Land Niedersachsen gefördert. Verkehrsverbindungen: In fußläufiger Entfernung vom Lüneburger Bahnhof. Dort fahren auch Buslinien (in Richtung Am Sande). PKW-Fahrer parken am besten auf den Parkplätzen „Stadtmitte“ oder „Theater“. Nähere Informationen im Internet unter www.ostpreussisches-landesmuseum.de oder telefonisch unter 04131 / 75 99 50.

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