Ein Trakehner zog um!

Von Bad Pyrmont nach Lüneburg: Hessenstein, die Trakehnerstatue vom Ostheim, schmückt jetzt das Ostpreußische Landesmuseum

Hier steht er noch an seinem alten Platz, vor dem Ostheim in Bad Pyrmont

Er ist wieder in gute Hände gekommen! Trakehnerhengst Hessenstein hat am Mittwoch letzter Woche vor dem Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg sein neues Quartier bezogen. „Einen schönen Platz haben wir gefunden“, freut sich Direktor Joachim Mähnert. Die Pferdestatue steht jetzt neben dem Vortragsraum. Die breite Fensterfront gewährt einen guten Blick auf das Denkmal. Jeder, der das Gelände durch den Haupteingang an der Heiligengeiststraße betritt, hat es ebenfalls sofort im Auge – und Hessenstein ihn. Mit gespitzten Ohren und freundlichem Gesichtsausdruck steht er den Besuchern zugewandt auf seinem neuen Sockel. „Bei uns dürfte er sogar noch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen als in Bad Pyrmont vor dem Ostheim“, ist Mähnert überzeugt.

1968 war die Bronze-Plastik dort eingeweiht worden. Der im ostpreußischen Mehlsack geborene Bildhauer Georg Fuhg (1898–1976) hat sie für die Landsmannschaft Ostpreußen erschaffen. Modell gestanden hat ihm der damals zehnjährige Landbeschäler Hessenstein aus dem staatlichen Hengstaufzuchtgestüt Hunnesrück in Hessen. Die Hessenstein-Statue ehrt Ostpreußens einzigartige Vierbeiner-Rasse, die auch heute noch Pferdefans aus aller Welt begeistert. Bei Flucht und Vertreibung retteten Trakehner unzähligen Menschen als ebenso zähe wie mutige Zugtiere, Lastenträger und Reitpferde das Leben. Eine Gedenktafel auf dem Sockel der Statue erinnert daran. „Wir Ostpreußen danken dem Pferde. Unserem treuen Freund in schwerer Zeit“, ist dort unter anderem zu lesen.

Als die Landsmannschaft Ostpreußen im vergangenen Jahr ihr Veranstaltungszentrum in Bad Pyrmont aufgab, war für Mähnert klar, dass Hessenstein ins Landesmuseum gehört. Schließlich wird auch in der neuen Dauerstellung ein Raum der Pferderasse gewidmet sein. „Der Eingang wird eine Nachbildung des berühmten Gestütstores von Trakehnen sein“, verrät er schon einmal.
Die Landsmannschaft stimmte dem Pferde-Transfer als Dauerleihgabe nicht nur zu, sondern übernahm auch die rund 10000 Euro Kosten für Transport und Neuaufstellung. Daneben war allerdings noch einiger Papierkram fällig. Hessenstein ist ein in Niedersachsen eingetragenes und geschütztes Denkmal. Sein Umzug war genehmigungspflichtig. Auch am Standort in Lüneburg schauten die dortigen Denkmalschützer, ob der Vierbeiner ins historische Häuser-Ensemble passt. Da sich die Behörden Zeit ließen, bekam Hessenstein mehrere Monate lang und sorgfältig zwischengelagert sozusagen eine Auszeit vom Job als Pferde-Ikone. Nun hat ihn die Öffentlichkeit wieder. Die Lüneburger werden sich sicherlich schnell mit dem vierbeinigen Sympathieträger anfreunden.

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