Landsmannschaft Ostpreußen – OLV kontrovers

Der neue Vorstand: Uta Lüttich, Friedrich-Wilhelm Böld, Hans-Jörg Froese, Brigitte Stramm, Stephan Grigat, Wolfgang Thüne, Dieter Chilla und Tobias Link

„Gutes tun können, Gutes tun wollen und Gutes tun, gemeinsam für Ostpreußen und die Ostpreußen, mit Herz und Verstand.“ So hätte die diesjährige Sitzung der OLV überschrieben sein können. Die OLV ist vereinsrechtlich die Mitgliederversammlung der Landsmannschaft und deren oberstes Beschlussorgan, das für die Bestimmung der Leitlinien, grundsätzliche Entscheidungen und die Überwachung der Geschäftsführung des Vorstandes zuständig ist. Politisch gesehen nimmt sie die Rolle eines Exilparlaments der vertriebenen Ostpreußen wahr, das sich für deren Interessen und Rechte einsetzt.
Wichtigster Tagesordnungspunkt bei der Versammlung am vergangenen Wochenende war die turnusmäßige Neuwahl des Vorstandes. Daneben standen Routineangelegenheiten wie die Entgegennahme der Rechenschaftsberichte, die Entlastung des Vorstandes und die Verabschiedung des Wirtschaftsplans für das Jahr 2017 auf der Agenda.In seinem Tätigkeitsbericht informierte Stephan Grigat, Sprecher der LO, die Delegierten über seine zahlreichen Gespräche mit Politikern, Gremien, Vertretern von Institutionen und Verwaltungen sowohl hierzulande wie in Ostpreußen. Dabei betonte er besonders die gute Vernetzung der LO mit Parlamenten und Behörden diesseits und jenseits der politischen Grenzen, die Ostpreußen heute teilen und von uns trennen. Grigat hob es als  einen großen Erfolg hervor, dass die LO mittlerweile auf Woiwodschaftsebene als Gesprächspartner nicht nur akzeptiert, sondern auch geschätzt wird. Weiter berichtete er über die erfolgreiche Durchführung des Deutsch-Russischen Forums in Berlin und die Veranstaltungen der LO in Ostpreußen, die allesamt als eine feste Größe im Veranstaltungskalender etabliert seien. Zudem berichtete Grigat über seine Tätigkeit im Beirat der „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ und als Vizepräsident des Bundes der Vertriebenen.
Unmissverständlich trat Grigat der Annahme entgegen, es gäbe in der LO angesichts des langsamen Dahinscheidens der Erlebnisgeneration irgendwelche Abwicklungstendenzen. Vielmehr sei die LO „auf Dauer“ ausgelegt. Die LO werde die Kultur und Geschichte Ostpreußens bewahren und weitertragen und richte sich dabei ausdrücklich auch an die Menschen außerhalb der Schicksalsgemeinschaft der vertriebenen Ostpreußen und deren Nachkommen. Ob dies allerdings der Realität entspricht ist wohl fraglich. Wo war in den letzten Jahren eine öffentliche Stellungnahme de “Sprechers” zu einem unserer Themen zu vernehmen? Hat sich Herr Grigat nicht vielmehr als “Schweiger” einen Namen gemacht?

Alle Vorstandsmitglieder, die sich erneut zur Wahl stellten, wurden im Amt bestätigt. Dabei fällt aber auf daß Stefan Grigat 30% Gegenstimmen bekam. Dies stellt ein der Geschichte der LO eine Besonderheit dar und zeigt die Unzufriedenheit der Ostpreußen an ihrem Chef!

Für nachdenkliches Schweigen sorgte Dawid Banach, evangelischer Pfarrer in Suwalki und Goldap, mit seinem Geistlichen Wort zu Beginn des zweiten Sitzungstages am Sonntagmorgen. Er zeigte sich erschüttert, wie Deutschland mit seiner 1300-jährigen christlichen Geschichte in diesen Tagen so chaotisch, ja geradezu würdelos wirken könne. Statt sich zum Christentum zu bekennen und sich dessen Bedrohung entgegenzustellen, trage man in Deutschland das Kreuz mittlerweile in der Tasche. Die Ostpreußen in der Heimat, versicherte Banach, hätten zwar ihr Vaterland verloren, nicht aber ihren ostdeutschen Geist. Ihre Herzen schlügen im ostpreußischen Rhythmus.

"Landsmannschaft Ostpreußen – OLV kontrovers", 5 out of 5 based on 3 ratings.
Tagged , , . Bookmark the permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.