Ostpreußen: 2 Kreistreffen an einem Wochenende

Zwei Kreistreffen an einem Wochenende feierten unsere Ostpreußen und zeigten dabei, daß sie noch lange nicht vergessen sind…

Grigat

Die Kreisgemeinschaft Goldap hat am Sonntagvormittag mit einer Feierstunde in Stade auf Schicksal der Heimatvertriebenen aus Ostpreußen aufmerksam gemacht. Etwa 75 Besucher kamen zu dem Treffen vor dem Mahnmal in den Wallanlagen am Burggraben.

Gastgeber Stephan Grigat erinnerte an das Leid der Bewohner der Stadt Goldap, die Flucht und Deportation ausgesetzt waren. Zu der gegenwärtigen politischen Debatte sagte der Jurist: „Kriegsopfer verdienen Schutz und Anerkennung – immer und überall.“ Gleichwohl betonte er Unterschiede zwischen den Ostpreußen, die gegen Ende des Zweiten Weltkrieges ihre Heimat verlassen und in die übrigen deutschen Gebiete ziehen mussten, und den Zufluchtsuchenden aus der arabischen Welt, die dem Terror des selbsternannten Islamischen Staates entkommen. Die einen, so Grigat, waren Binnenflüchtlinge, die anderen  entstammen einem völlig fremden Kulturkreis.

Für Stadt und Kreis als Träger der Patenschaft sprach der stellvertretende Bürgermeister sowie Kreis- und Bundestagsabgeordnete Oliver Grundmann (CDU). In seinem Grußwort würdigte er die Arbeit der Kreisgemeinschaft: „Heimatverbundenheit ist so aktuell und wichtig wie nie. Sie bauen wertvolle Brücken zwischen Ost und West.“ Das sei von zentraler Bedeutung für die Aussöhnung zwischen Deutschland und Polen. „Die Besinnung auf die eigene Geschichte ist ein Vermächtnis, das wir hüten und bewahren müssen“, so der Mandatsträger. Gleichwohl müsse sich die Gesellschaft dem andauernden Hass und der Hetze gegen Migranten entschlossen entgegenstellen.

Den Festvortrag hielt der Vize-Präsident des Bundes der Vertriebenen in Niedersachsen, Peter Winkler. Er berichtete von Reisen in das Land der dunklen Wälder und kristallenen Seen: „Wer nach Ostpreußen fährt, kommt begeistert zurück.“ Der Verbandsfunktionär ermutigte die Anwesenden, aktiv für ihre Belange zu werben, um „mit dem Erlebten in die Zukunft blicken“ zu können. „Wir müssen uns einbringen – durch Gespräche“, sagte er. Kontakte zu Verantwortlichen in der Politik seien entscheidend, auch die Medien sollten eingebunden werden. Sein Fazit: „Wenn die Menschen zueinanderfinden, können offizielle Stellen diese Verbindungen nur schwer unterbrechen.“

Die Ehrenbürgerin der Kreisgemeinschaft Goldap, Gertrud Braumann, trug das bewegende Gedicht „Es war ein Land“ der Schriftstellerin Agnes Miegel vor. Der Posaunenchor der evangelischen Johanniskirchengemeinde sorgte für musikalische Untermalung der Feierstunde, an die sich ein Essen mit gemütlichem Beisammensein im Gasthaus Hollerner-Hof im Alten Land anschloss.

Gleich am ganzen Wochenende vom 2.-4. September fand im „StadtHaus Burgdorf“ das Kreistreffen 2016 der Kreisgemeinschaft Heiligenbeil statt.

Am Sonnabend um 9 Uhr öffnete dann das Veranstaltungszentrum „StadtHaus Burgdorf“ seine Pforten. Und auch 71 Jahre nach Flucht und Vertreibung kamen 125 Heiligenbeiler wieder aus ganz Deutschland, um sich im Gedenken der alten Heimat wieder zu sehen.
Um 11 Uhr trafen sich viele Heiligenbeiler zur Gedenkminute am Gedenkstein im Burgdorfer Stadtpark. Hier erinnerte Christian Perbandt in seiner Rede an die ostpreußische Heimat und die Opfer von Flucht und Vertreibung. Er zitierte aus einem Gedicht von Erna Radtke „Aber Himmel und Sonne und Wind, Wälder und Flüsse und Seen werden die alten sein, und für ewig bleiben das Land unserer Väter, das Land unserer Jugend.”

Um 12 Uhr fand dann die Mitgliederversammlung statt. Ab 14 Uhr bestand die Möglichkeit, die liebevoll gestaltete Ausstellung im Archiv der Kreisgemeinschaft zu besichtigen. Hierzu war ein Buspendelverkehr eingerichtet. In der hochinteressanten Ausstellung drehte sich diesmal alles um die Fischerei im Frischen Haff. Der Besuch dieser Ausstellung hat sich wieder sehr gelohnt! Um 16 Uhr fand dann eine sehr schöne Lesung von Frau Ilse Thomann statt, die jedem Ostpreußen zu Herzen ging.

Am Sonntag ging es weiter mit dem Treffen!  Um 10 Uhr ging es dann „richtig los“, als die Schützenkapelle Gehrden zum Platzkonzert aufspielte. Nun aber zum Höhepunkt des Treffens, der Feierstunde, die ab 11 Uhr stattfand und von Kreisvertreterin Ruhnke geleitet wurde.
Nach der Totenehrung (Christian Perbandt) hielt Ilse Thomann einen sehr persönlich verfaßten Vortrag „Es war ein Land“, der zu Herzen ging. Es folgte der Festvortrag des Vorsitzenden der burgdorfer CDU-Ratsfraktion, Mirco Zschoch: „1945 – Neuanfang für Heimatvertriebene in Burgdorf“. Dieser Vortrag wurde mit viel Beifall bedacht! Die Feierstunde, die musikalisch von der Schützenkapelle Gehrden umrahmt wurde, endete mit dem gemeinsamen Gesang der 3. Strophe des Deutschlandliedes.

Quellen: Tageblatt und Myheimat

"Ostpreußen: 2 Kreistreffen an einem Wochenende", 5 out of 5 based on 1 ratings.
Tagged , , , . Bookmark the permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.