Bundesverdienstkreuz für Arno Surminski

Hamburg.  Er hat mit seinen Büchern die verlorene Welt Ostpreußens wiederbelebt und immer für Völkerverständigung und Versöhnung plädiert: Dafür hat Bundespräsident Joachim Gauck nun dem Hamburger Schriftsteller Arno Surminski das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Im Turmssal des Rathauses empfing der 1934 in Jäglack/Ostpreußen geborene Surminski die hohe Auszeichnung aus der Hand von Sozialsenatorin Melanie Leonhard. Sie würdigte, wie Surminski in Romanen wie „Jokehnen oder Wie lange fährt man von Ostpreußen nach Deutschland?“ ohne Schuldzuweisungen über Flucht und Vertreibung geschrieben habe. Arno Surminski sei zu einem Sprachrohr für die Kriegsopfer geworden – in Surminskis Büchern gehe es darum, „eine neue Identität zu finden, ohne die eigenen Wurzeln zu vergessen“.

Völlig zu Recht hob die Senatorin, ehe sie dem ihren Worten durchaus andächtig lauschenden Surminski die Verleihungsurkunde und das Etui mit dem Verdienstorden überreichte, auch darauf ab, wie sehr der Schriftsteller nicht nur zwischen den Völkern, sondern auch zwischen den Generationen vermittelt habe. Die Nachgeborenen haben die Verluste und Traumata der Eltern und Großeltern nicht selbst erlebt. Im Hamburger Rathaus war diese junge Generation, die dank eines unermüdlichen Erzählers wie Surminski von der Geschichte der Eltern weiß, in Person der Enkel und Enkelinnen Surminskis anwesend.

Ebenfalls anwesend war der polnische Honorarkonsul in Hamburg, Marian Cichosz. Noch bevor Surminski das Verdienstkreuz in Empfang nahm, eilte er zu dem Abgesandten und schüttelte ihm die Hand. Eine starke symbolische Geste, die Surminskis Werk in einem einzigen Bild zusammenfasst.

Surminski, dessen Eltern in die Sowjetunion deportiert wurden, während er in den Westen fliehen konnte, bekräftigte, wie gerne er die Auszeichnung annehme, obwohl dies sicher nicht jeder deutsche Schriftsteller so halten würde. Viele von ihnen stünden der Bundesrepublik negativ gegenüber. „Bei mir ist das nicht so, ich denke, die Bundesrepublik ist das Beste, das Deutschland passieren konnte.“

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One Response to Bundesverdienstkreuz für Arno Surminski

  1. Klaus Ferres Reisedienst für den BdV. says:

    Durch die Bücher von Arno Surminski wurde mein Interesse für
    Ostpreußen geweckt. wenn meine Frau nicht vor 6 Jahren verstorben währe, wir wollten als Rentner nach Ostpreußen
    ziehen. wir haben Ostpreußen geliebt. der schönste Teil
    Deutschlands.
    PS. vergangenes Jahr beim Ostpreußen Treffen hatte ich ein
    Gespräch mit den Prinzen von Preußen, sehr informativ und ein
    ganz normaler Mensch.

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