Landsmannschaft Ostpreußen: Wohin ?

Steht nach der Preisgabe des Rechts auf Heimat bei der Sudetendeutschen Landsmannschaft nun auch eine neue angepaßte Verzichtspolitik bei den Ostpreußen bevor? Wir wollen dieser Frage nachgehen und unseren Blick dabei auf die letzte Ostpreußische Landesvertretung vom November 2015 richten.

In einer Mitteilung der Landsmannschaft Ostpreußen heißt es über die Ostpreußische Landesvertretung vom 7. und 8. November 2015:

„Einmal im Jahr tagt die Ostpreußische Landesvertretung (OLV). Vereinsrechtlich ist sie die Mitgliederversammlung der Landsmannschaft Ostpreußen (LO) und deren oberstes Beschlußorgan, das für die grundsätzlichen Entscheidungen und die Überwachung der Geschäftsführung des Vorstandes zuständig ist. Politisch gesehen nimmt sie die Rolle eines Exilparlaments der vertriebenen Ostpreußen wahr….

Die diesjährige OLV war durch einen harmonischen Verlauf, sachliche und konstruktive Diskussionen und große Geschlossenheit bei den Abstimmungen gekennzeichnet….“ Quelle: LO

Wie wir nun aber kürzlich aus verläßlicher Quelle informiert wurden, standen die Zeichen an diesem Wochenende auf Sturm. Es gab leider wenig Einigkeit und zuletzt wurde der Altsprecher der Landsmannschaft Ostpreußen auf dem Altar der politischen Korrektheit geopfert.

Ein wichtiger Programmpunkt war ein bereits vor Zeiten beschlossener Punkt, eine Art „Radikalenerlaß”. Dieser lautet „Die Mitgliedschaft in extremistischen Parteien und Organisationen ist unvereinbar mit einem durch Wahlen zu erlangenden Amt in der Landsmannschaft Ostpreußen…”

Das erscheint gut und richtig zu sein. Leider wird nicht definiert, was unter „extremistischen Parteien und Organisationen” zu verstehen ist und wer festlegt,  welche Parteien und Organisationen extremistisch sind. In der jetzigen Fassung definiert dies offenbar der Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen. Eine Prüfung muß wohl auf dem Rechtsweg geschehen, ein für viele schwieriger und kostspieliger Weg.  Dem  sollte nun durch eine Präzisierung der Satzung in diesem Punkt abgeholfen werden. Der entsprechende Antrag wurde aber auf  Betreiben des Vorstandes der Landsmannschaft abgelehnt. Was können Gründe für den Vorstand der Ostpreußen sein? Wünscht man sich ein Instrument gegen unliebsame verbandsinterne Kritiker? Oder ist dem Sprecher der Landsmannschaft daran gelegen, seine politische Karriere zu sichern, indem er vermeintlich “rechte Mitstreiter” entsorgt? Da spricht einiges dafür. Wir wollen dies einmal genauer betrachten.

Stephan Grigat – auf dem Weg in den Bundestag?

Der Altsprecher, Wilhelm von Gottberg – Ziehvater Grigats geopfert?

Stephan Grigat (* 24. Januar 1964 in Detmold) ist Rechtsanwalt, Kommunalpolitiker der CDU und Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen. Seit 1989 ist er für die CDU Mitglied des Rates der Stadt Detmold. 1999 wurde er Kreistagsabgeordneter im Lippischen Kreistag, seit 2014 ist er dort stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender. Im Sommer 2010 wurde er vom Deutschen Bundestag zu einem der insgesamt 21 Vertreter im Stiftungsrat der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung gewählt. Grigat ist zudem seit 2012 Vizepräsident des Bundes der Vertriebenen (BdV). In gut unterrichteten Kreise gilt als sicher, das Grigat beabsichtigt, 2017 zum Deutschen Bundestag zu kandidieren.

Eine solche Kandidatur kann aber Grigat nur überstehen, wenn ihm keinerlei Kontakte zu Vertretern von Parteien und Organisationen nachzuweisen sind, die aus Sicht der linken Medien und den Vertretern der politischen Korrektheit ungenehm sind. Es geht hier um Grigats Karriere.

Und damit kommen wir zum nächsten Programmpunkt der Ostpreußischen Landesvertretung, den Satzungsänderungen. Hierbei geht es vor allem um Artikel IV . 3 – “Einzelmitgliedschaft in der Ostpreußischen Landesvertretung”. Hier besagt die noch gültige Satzung, daß bis zu zwei Personen durch die Ostpreußische Landesvertretung als Einzelmitglied  aufgenommen werden können, die mit einem Amt oder einer besonderen Aufgabe betraut werden. Dies wurde nun so geändert, daß nicht mehr die Ostpreußische Landesvertretung sondern der Vorstand über die “persönlichen Mitglieder” entscheidet.

Was ist nun daran so pikant? Einzelmitglied ist zur Zeit der Altsprecher Wilhelm von Gottberg, 1992 bis 2010 Sprecher der Landsmannschaft und  Ziehvater Grigats und Träger des Preußenschildes, der höchsten Auszeichnung der Landsmannschaft Ostpreußen.

Problem für Grigat aber ist, daß v. Gottberg 2011 aus der CDU ausgetreten ist und seit 2013 der AFD angehört. Eine Zusammenarbeit mit einem Vertreter der AFD könnte aber einen Schatten auf die Karriere Grigats werfen. Also muß v. Gottberg “abgewickelt werden”. So soll es auf der Ostpreußischen Landesvertretung eine unwürdige Auseinandersetzung zwischen Grigat und dem Altsprecher gegeben haben. Letztlich konnte Grigat die Satzungsänderung durchsetzen. Offenbar wurde hier die Arbeit von Jahrzehnten für eine Politikerkarriere geopfert und ein Hochverdienter Vertreter Ostpreußens schwer beschädigt.

"Landsmannschaft Ostpreußen: Wohin ?", 2 out of 5 based on 3 ratings.
Tagged , , , . Bookmark the permalink.

One Response to Landsmannschaft Ostpreußen: Wohin ?

  1. alois aus der Familie Weissinger says:

    Ich bin kein Heimatvertriebener aber der die Heimat aufgibt der ist ein Verräter.Ob Politik, Kirche alles nur Schauspieler die das Volk ausbeuten.Die Christen sind auch ein Gesindel sonst würde der Christliche Nachbar nicht das Land vom anderen stehlen.
    Das andere ist alles Geschwätz, hat ja auch Adenauer gesagt was interresiert mich das Geschwätz von Gestern.
    Mann sollte mal dieses Spiel beenden.
    Lg
    alois

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.