Ostpreußische Landesvertretung am 7. und 8. November 2015

Einmal im Jahr tagt die Ostpreußische Landesvertretung (OLV). Vereinsrechtlich ist sie die Mitgliederversammlung der Landsmannschaft Ostpreußen (LO) und deren oberstes Beschlussorgan, das für grundsätzlichen Entscheidungen und die Überwachung der Geschäftsführung des Vorstandes zuständig ist. Politisch gesehen nimmt sie die Rolle eines Exilparlaments der vertriebenen Ostpreußen wahr. Da grundlegende Weichenstellungen bereits bei den letzten Versammlungen beschlossen worden waren und auch keine Wahlen anstanden, standen bei der Versammlung am vergangenen Wochenende im Ostheim in Bad Pyrmont überwiegend Routineangelegenheiten wie die Entgegennahme der Berichte, die Entlastung des Vorstandes und die Verabschiedung der Haushalts- und Wirtschaftspläne auf der Tagesordnung.

In seinem Tätigkeitsbericht informierte Stephan Grigat, Sprecher der LO, die Delegierten über seine zahlreichen Gespräche mit Politikern, Gremien, Vertretern von Institutionen und Verwaltungen hierzulande und in der Heimat. Ein weiteres Thema seines Berichts war seine Tätigkeit im Beirat der „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ und im Präsidium des Bundes der Vertriebenen (BdV). Zudem berichtete er über die erfolgreiche Durchführung des Kommunalpolitischen Kongresses in Allenstein. Wie das Sommerfest der LO in Allenstein und das Deutsch-Russische Forum habe sich auch diese Veranstaltung längst als feste Größe etabliert, erklärte Grigat. Als wichtiges Ziel der Vorstandsarbeit nannte der Sprecher die Intensivierung der Vernetzung der LO im vorpolitischen und politischen Raum.

Sein Bericht wurde, ebenso wie die Berichte des Bundesgeschäftsführers, des Chefredakteurs der PAZ, der Bundesvorsitzenden der ostpreußischen Frauenkreise, des Referats Heimatpolitik der LO, des Bundes Junges Ostpreußen sowie des Jahresberichts und der Jahresrechnung des Schatzmeisters nach kurzer Aussprache zustimmend zur Kenntnis genommen. Danach war die einstimmige Entlastung des Vorstandes nur noch eine Formsache. Auch der Haushaltsplan für 2016 wurde mit großer Mehrheit verabschiedet.

Mit Applaus begrüßten die Delegierten die Entscheidung des Bundesvorstandes, die wiedergegründete Landesgruppe Brandenburg in die LO aufzunehmen. Außerdem billigten sie die Absicht, zukünftig Regionaltreffen an wechselnden Orten durchzuführen und auf diese Weise das regelmäßige Zusammenkommen der Ostpreußen zu fördern.

In einer einstimmig verabschiedeten Entschließung wandte sich die OLV nachdrücklich gegen die aus dem politischen Raum und namentlich aus dem Kreis des früheren Wissenschaftlichen Beraterkreises erhobenen Forderungen nach einer Änderung der im Konsens beschlossenen Ausrichtung der Arbeit der „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ und der Minderung des Einflusses der Vertriebenen in den Stiftungsgremien. 70 Jahre nach der Vertreibung sei es an der Zeit, ein sichtbares Zeichen zu setzen und durch die geplante Dauerausstellung der Stiftung das an Deutschen begangene Unrecht zu thematisieren. Deshalb müsse die Vertreibung, wie in der Stiftungskonzeption festgeschrieben, den Schwerpunkt der Dauerausstellung bilden. Um die weitere erfolgreiche Arbeit der Stiftung zu gewährleisten, forderte die OLV eine zügige Neubesetzung des vakanten Direktorenpostens.

Die diesjährige OLV war durch einen harmonischen Verlauf, sachliche und konstruktive Diskussionen und große Geschlossenheit bei den Abstimmungen gekennzeichnet. Allerdings gab es einen Wermutstropfen: Es war die letzte Versammlung im Ostheim, seit fast 60 Jahren so etwas wie die Heimstatt der vertriebenen Ostpreußen. Aus wirtschaftlichen Gründen hat sich die LO schweren Herzens entschlossen, ihre Jugendbildungs- und Tagungsstätte zum Jahresende zu schließen. Aus diesem Grund fand am Abend des ersten Sitzungstages ein festliches Essen statt, an dem als Ehrengast der Bürgermeister der Stadt Bad Pyrmont, Klaus Blome, teilnahm.

Quelle: LO

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One Response to Ostpreußische Landesvertretung am 7. und 8. November 2015

  1. Waffenstudent says:

    Sturm über Ostpreussen. Dokumentation der Tragodie von Juni 1944 bis Mai 1945

    http://julius-hensel.ch/2015/12/sturm-ueber-ostpreussen/#comments

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