Schlesiertreffen 2015: Rübezahl nur noch Kuschelschlesier

Rauhut handzahm

Schlesiertreffen, das war immer etwas, was polarisierte, was provozierte. Der Zeitgeist ertrug die klaren Worte eines Rudi Pawelka nicht. Dennoch, oder vielleicht auch darum wurde über die Schlesiertreffen in den Medien bisher viel berichtet und die Menschen kamen in Massen.

So sahen die Hallen noch 2007 aus:

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Selbstbewußt wurden die Rechte der Schlesier artikuliert und eingefordert:

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Ein Video von 2005 :

Heute sehen die deutlich kleineren Hallen so aus:

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Statt 20 000 kommen noch 2000 bis 3000 Besucher.

 

Es hat sich viel geändert bei den Schlesiern. Rudi Pawelka wurde in einer Nacht-und-Nebelaktion kaltgestellt. Der Neue Mann, Stephan Rauhut hat es nun geschafft, das selbst SPD-Minister wie der Herr Pistorius zum Schlesiertreffen kommen und den schlesischen Streuselkuchen loben. Aber was haben die Schlesier davon? Ein paar Euro werden weiter fließen und der “Grußonkel” vom Ministerium kann ein paar Sympathiepunkte sammeln. Das war es dann aber auch!

Sicher war Rudi Pawelka oft scharf, fast schon bissig. Manchmal polterte er wie ein Rübezahl und schwang die KeuleBild 069 für seine schlesische Heimat.

Ich muß da an den Liedtext denken: “Höre, Rübezahl, laß dir sagen, Volk und Heimat sind nimmermehr frei. Schwing die Keule wie in alten Tagen, Schlage Hader und Zwietracht entzwei.“

Ich meine die Schlesier brauchen jemanden, der für sie streitet. Heute haben Sie einen ausgesprochen netten Vorsitzenden. Ja, wie es in der Hauptkundgebung beim Schlesiertreffen hieß: “Es weht ein neuer Geist”…

Aber wie war Rauhuts politische Rede? Sie war wie er selber. Sie war nett, aber leider bedeutungslos, langweilig… Ein Kuschtier für unsere Zeitgeistpolitiker? Traurig für die Landsmannschaft!

Zum Schluß lassen Sie uns noch einmal auf Rudi Pawelka hören. Seine Rede aus dem Jahr 2013:

Und dann noch ein passendes Musikstück:

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3 Responses to Schlesiertreffen 2015: Rübezahl nur noch Kuschelschlesier

  1. Waffenstudent says:

    WIE MAN POLEN HERVORZAUBERT:

    Geboren in Rußland/Baltikum/Livland. Dort lebte er 40 Jahre lang! Aber das hindert Polen nicht daran, um ihn, den Mann mit deutschem oder jüdischen Namen für Polen zu vereinnahmen.

    Grzegorz Fitelberg? Wer ist DAS denn? 30. Juni 2015

    NasiChaim Daugavpils, Igor Stravinsky, Jerzy Fitelberg, Karol Szymanowski, Kattowitz, Latvia, Ludomir Różycki, Mieczysław Karłowicz, Schlesische Philharmonie Kattowitz, Warsaw Opera Daugavpils, Grzegorz Fitelberg, Hozjasz Fitelberg, Igor Stravinsky, Jerzy Fitelberg, Karol Szymanowski, Kattowitz, Ludomir Różycki, Matylda Niezrównany, Schlesische Philharmonie, Schlesische Philharmonie Kattowitz, Warsaw Opera

    Nach Ansicht vieler Kritiker zählt die Schlesische Philharmonie Kattowitz zu den besten Klangkörpern Polens.
    Ihre Musiker begeistern durch außergewöhnliche Hingabe sowie größte Professionalität. Die Geschicke des 1945 in Kattowitz gegründeten Orchesters wurden maßgeblich von dem künstlerischen Leiter Karol Stryja bestimmt, der von 1953 bis 1990 wirkte.

    Alle vier Jahre richtet das Orchester den „Grzegorz-Fitelberg-Wettbewerb“ aus – einen international anerkannten Wettbewerb für Nachwuchsdirigenten.
    Schlesische Philharmonie in Kattowitz, Oberschlesien, Deutscher Osten des Deutschen Reichs
    Schlesische Philharmonie in Kattowitz, Oberschlesien, Deutscher Osten des Deutschen Reichs
    Grzegorz Fitelberg (* 18. Oktober 1879 in Daugavpils, Livland, Russisches Kaiserreich; † 10. Juni 1953 in Kattowitz, Volksrepublik Polen) war ein polnischer Komponist und Dirigent.

    Quelle: https://einheit11.wordpress.com/2015/06/30/grzegorz-fitelberg-wer-ist-das-denn/#more-31171

  2. Waffenstudent says:

    SCHLESIEN WILL SONDERSTATUS:

    Polen
    Drucken Bewerten Autor: Filip Ganczak| 11:42
    Warschau fürchtet die Autonomie Schlesiens

    In Schlesien mehren sich Stimmen für einen Sonderstatus. Warschau will das auf keinen Fall zulassen. Oppositionschef Kaczynski schürt dennoch antideutsche Ressentiments.

    Für Michal Mazurowski war es Zeit zum Handeln. Vor einer Woche gründete der Schüler eines Gymnasiums in Tychy (Tichau) beim Sozialnetzwerk Facebook eine Gruppe, die sich „Autonomie Schlesiens“ nennt. Möglichst viele Schlesier möchte er gewinnen und ihre Meinung kennenlernen. Hauptsache, man überlässt das Thema Schlesien nicht allein der Politik.

    Polen – Opole (Oppeln)
    Foto: picture-alliance/ dpa/Forum Die Stadt Opole, ehemals Oppeln, in Schlesien. Die schlesische Autonomiebewgung hat in den letzten Jahren Anhänger gewonnen

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    Schlesien, Früher und Heute

    Wer sind die Schlesier? Was wollen sie? Das fragt man sich plötzlich überall in Polen. Auslöser des Streits war ein Bericht „Zur Lage der Republik“, veröffentlicht von der konservativen Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) von Jaroslaw Kaczynski, dem Bruder des vor einem Jahr bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommenen Präsidenten Lech Kaczynski. Die Behauptung, es existiere eine schlesische Nation, sei in Wirklichkeit eine „verkappte Option für Deutschland“, heißt es in dem 116-seitigen Papier, das Ende März im Internet publiziert wurde. Als Kaczynski die kontroverse Behauptung öffentlich bekräftigte, entbrannte eine heiße Debatte.

    Jahrhundertelang zwischen Polen und Deutschland

    Denkt man in Deutschland an das alte Schlesien, hat man eine Region vor Augen, die sich von der Bergbaumetropole Katowice (Kattowitz) im Osten bis zur Lausitz im Westen erstreckte. Die heutige Woiwodschaft (Regierungsbezirk) Schlesien mit etwa 4,6 Millionen Einwohnern umfasst aber nur das östliche Industriegebiet Oberschlesien.

    Karte
    Foto: Infografik WELT ONLINE Die Woiwodschaft Schlesien

    Neben der deutschsprachigen Bevölkerung, die nach dem Zweiten Weltkrieg geflüchtet ist oder zwangsdeportiert wurde, lebten hier seit Jahrhunderten slawische Einwohner. Die Preußen bezeichneten ihre Sprache abschätzig als Wasserpolnisch. Die meisten Polen halten es bis heute für einen Dialekt, was den Schlesiern nicht gerade gefällt.
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    „Wir waren ein Teil Preußens, doch die Deutschen hielten uns nicht für wahre Deutsche. Die Polen wiederum verdächtigten uns, mit ihren Feinden verbündet zu sein“, sagt Mazurowski. Beide Kulturen prägten die Region. Vielen Schlesiern fiel es nach dem Ersten Weltkrieg schwer, sich für eine der beiden Nationen zu entscheiden. Damals war die reiche Industrieregion Oberschlesien schwer umkämpft. Zwischen 1919 und 1921 brachen drei Aufstände aus, die sich gegen Deutschland richteten. Am Ende kam es zur Teilung, Ostoberschlesien mit Katowice wurde an Polen abgetreten, konnte aber weitgehende Autonomie genießen.

    Bewegung für Autonomie gewinnt Anhänger

    „Damals war das ein Privileg. Jetzt sehen wir es als ein Recht jeder Region in der EU“, sagt der 39-jährige Jerzy Gorzelik, Vorsitzender der Bewegung für die Autonomie Schlesiens (RAS). Bereits 1990 gegründet, galt der Verein lange als völlig bedeutungslos. Erst unter Gorzelik, der erst Pressesprecher war und seit 2003 Vorsitzender ist, gelang es der RAS, Medienaufmerksamkeit und viele Anhänger zu gewinnen.

    Im November konnte die Bewegung bei der Regionalwahl in der Woiwodschaft knapp 8,5 Prozent und damit drei Mandate erringen. Seitdem koaliert die RAS dort als Juniorpartner mit der liberal-konservativen Bürgerplattform (PO) von Premier Donald Tusk und der Bauernpartei. Der promovierte Kunsthistoriker Gorzelik ist im Bezirksrat für Kultur, Bildung und internationale Zusammenarbeit verantwortlich.

    Und er kann bereits erste Erfolge verzeichnen: Seit diesem Jahr wird am letzten Januarsonntag ein Gedenktag der „oberschlesischen Tragödie 1945“ offiziell gefeiert. Damit soll an die Schlesier erinnert werden, die nach dem Einmarsch der Roten Armee ermordet oder in die Sowjetunion verschleppt wurden oder in kommunistischen Lagern und Gefängnissen saßen.

    Viele unterschrieben im Krieg eine deutsche Volksliste

    Das Schicksal der deutschen Schlesier wird dabei nicht explizit erwähnt. „Mit dem deutschen Bund der Vertriebenen gibt es praktisch keine Zusammenarbeit“, versichert Gorzelik, wohl wissend, wie umstritten die Vertriebenenpräsidentin Erika Steinbach in Polen ist. Trotzdem plädiert er stark dafür, dass man alle verdienten Schlesier ehrt, unabhängig von der Nationalität. Den deutschen Dichter Joseph von Eichendorff etwa genauso wie den polnischen Schriftsteller Stanislaw Bieniasz. „Schlesien ist mehr als Polentum“, so Gorzelik.

    Sein Urgroßvater kämpfte in Aufständen für den Anschluss der Region an Polen. Sein Großvater war im Zweiten Weltkrieg in der polnischen Untergrundarmee, landete im KZ Auschwitz. Viele Polnisch sprechende Schlesier unterschrieben aber zu dieser Zeit eine deutsche Volksliste, etwa weil sie glaubten, dadurch bessergestellt zu werden oder weil sie die Konsequenzen einer Verweigerung fürchteten. Nach dem Krieg wurden sie oft als Faschisten diffamiert und schikaniert. Viele Schlesier hatten zudem das Gefühl, die an Kohle reiche Region werde von der Regierung in Warschau ausgebeutet. Einige glauben das auch heute noch. „In Schlesien wird mehr Kohle gefördert als anderswo in Polen. Unsere Region ist damit der wichtigste Energielieferant“, erklärt Mazurowski stolz.

    „Dem Polen Schlesien zu überlassen ist so, als ob man einem Affen eine Uhr geben würde“, soll 1919 der damalige britische Premier David Lloyd George gesagt haben. „Nach 80 Jahren sieht man, der Affe hat die Uhr kaputt gemacht“, ergänzte vor vielen Jahren Gorzelik. Ihm wird auch eine andere Äußerung übel genommen: „Ich bin Schlesier und kein Pole.“ Das sind Sprüche, die für Empörung sorgen. „Der will Schlesien von Polen abspalten“, warnte die größte polnische Boulevardzeitung „Fakt“.

    Im Zensus zur schlesischen Nationalität bekennen

    Inzwischen aber schlägt Gorzelik mildere Töne an. Das Polen der Zukunft sieht er als einen Regional-, später vielleicht einen Föderalstaat. Die künftige Region Schlesien, der sich nach seiner Vorstellung auch große Teile der heutigen Woiwodschaft Oppeln anschließen könnten, wäre wieder autonom und hätte ein eigenes Parlament sowie einen eigenen Ministerpräsidenten. Das Jahr 2020 nennt Gorzelik ein herausforderndes, aber auch realistisches Datum für die Reform.

    Eine Art Test für diese Bestrebungen gibt es jetzt: Seit dem 1. April läuft in Polen eine Volkszählung. Die RAS wirbt dafür, dass möglichst viele sich zur schlesischen Nationalität bekennen. Bereits beim Zensus 2002 taten dies mehr als 173.000 Menschen, auch wenn damals Schlesisch nicht auf der Liste stand und viele Interviewer sich weigerten, diese Antwort aufzunehmen. Diesmal, so hofft Gorzelik, könnte es doppelt oder dreimal so viele Bekenntnisse geben. Manche, vermutet der RAS-Vorsitzende, werden sich bewusst gegen Kaczynski als Schlesier bezeichnen.

    Eine überwältigende Mehrheit der Schlesier, aber auch der Polen insgesamt findet die Äußerungen Kaczynskis unglücklich, wie eine Umfrage des Fernsehsenders TVN zeigt. Auch von der politischen Konkurrenz kam schnell Kritik. Der Abgeordnete und Regisseur Kazimierz Kutz etwa bezeichnete die Ausführungen als „taktlos, abscheulich und unverantwortlich“.

    Die meisten wollen Polen bleiben

    Auf der anderen Seite, so Kutz ironisch, sollten die Schlesier Kaczynski ein Denkmal setzen. Denn mit seinen Äußerungen habe er nur dazu beigetragen, dass das schlesische Selbstbewusstsein stärker wird. Der 82-jährige Kutz, der in Kattowitz geboren ist, ließ in vielen seinen Filmen eine starke Bindung an die Heimtatregion erkennen. Sein „Das Salz der schwarzen Erde“ (1969) ist eine Hommage an die Schlesier, die beim Aufstand 1920 für Polen und gegen Deutschland gekämpft hatten. Nun macht sich auch Kutz stark für eine Autonomie.

    So weit wollen die meisten Parlamentarier aber nicht gehen. Ein föderales System wie in Deutschland hat in Polen keine Tradition. Viele in Warschau fürchten, eine Autonomie wäre nur der erste Schritt. Dann könnten Stimmen laut werden, die eine vollständige Unabhängigkeit fordern. Unsinn, meint Gymnasiast Mazurowski. „Ich bin stolz, ein Schlesier zu sein, aber ich bin nicht dafür, dass wir uns von Polen abspalten, weil ich zugleich auch ein polnischer Patriot bin.“ Bei der Volkszählung kreuzte er beide Optionen an. „Schade nur, dass wir in den Augen mancher Politiker Polen zweiter Klasse sind.“

    Damit meint er wohl nicht nur die Kaczynski-Partei. Auch die polnischen Sozialdemokraten bleiben hart. Deren junger Chef Grzegorz Napieralski macht klar: „Auf Schlesien werden wir nicht verzichten.“

    Quelle: http://www.welt.de/politik/ausland/article13148080/Warschau-fuerchtet-die-Autonomie-Schlesiens.html

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