Tilsit am Tigris?

Ein Kommentar der Preußischen Allgemeinen Zeitung von Frank Horns:

Es waren Deutsche, die aus ihrer deutschen Heimat in den Westen Deutschlands vertrieben wurden. Dies kann nicht mit orientalischen Armutsflüchtlingen gleichgesetzt werden!

Wo bleiben die Pfiffe und Buhrufe? Immer mehr Politiker versteigen sich zu einem unsäglichen Vergleich. Da Westdeutschland einst Millio­nen Flüchtlinge und Vertriebene aufgenommen habe, könne es doch jetzt wohl auch ein paar Hundertausend Asylbewerber integrieren, erklären sie. Letzter Verbal-Täter dieser Art war Fi­nanzminister Schäuble in einem „Bild“-Interview.

Wer nur eine Sekunde darüber nachdenkt, erkennt, wie infam der Vergleich ist. Tilsit liegt nun einmal nicht am Tigris, sondern an der Memel, seine Bewohner gingen zum Beten nicht in die Moschee, sie gründeten keine Parallelgesellschaften und sie hätten jeden Einbürgerungstest mit Bravour bestanden.

Wer die­se Tatsache leugnet, versucht, seine Wähler für dumm zu ver­kaufen. Aber er tut noch Schlim­meres: Er spricht Millionen Ver­trieben aus Ostpreußen, Pom­mern und anderswo ihre deut­sche Nationalität ab. Er verlegt ihre Heimat ins Beliebige. Er raubt sie ein zweites Mal. Wer so argumentiert, muss sich fragen lassen, wie er selbst zu seinem Land steht und ob er ihm wirk­lich so verbunden ist, wie es für einen deutschen Politiker ange­messen wäre.

"Tilsit am Tigris?", 5 out of 5 based on 15 ratings.
Tagged , , . Bookmark the permalink.

One Response to Tilsit am Tigris?

  1. Waffenstudent says:

    WARUM ERSCHEINT DER BEITRAG GERADE JETZT?

    http://www.welt.de/lesestueck/2015/vertriebene/

    Ich besprach mit einem meiner Söhne die von mir gestellte Frage. Er ergänzte, daß aktuell in deutschen Radiosendungen haarklein über die Gräuel der Roten Armee bei ihrem Einmarsch in das Deutsche Reich berichtet wird. – Es wird also Stimmung gegen den Russen gemacht. Interessant daran ist, daß dies ohne aktuellen Anlaß geschieht. Und ebenso interessant ist der Umstand, daß dieselben Medien, welche bisher nur gegen Deutschland und seine Wehrmacht hetzten, spontan umschwenkten und nun auf Putin eindreschen! Nichts in dieser Besatzungsrepublik ist unmöglich, und jeder kann der nächste sein, dessen Ehre beschnitten wird!

    Eine der Flüchtlinge landete in Betzdorf. Der Ort liegt in der französischen Zone, und der Franzmann ließ bis Anfang der Fünfziger überhaupt keine Flüchtlinge aus dem Deutschen Osten in sein Gebiet. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als die Ostpreußen ankamen. Hier, in “Die Welt” wird nur geschildert, daß die Polen einen Dreijährigen ersäuften, weil er sich angeblich weigerte Polnisch zu sprechen. Die Erzählungen der anderen Flüchtlingsfamilien waren um ein Vielfaches grausamer und dramatischer!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.