Ostpreußen: BJO-Gruppe traf Gebietsgouverneure

Ungeplante Begegnung auf dem deutsch-russischen Soldatenfriedhof Mattischkehmen

Im zwanglosen Gespräch über die deutsch-russischen Beziehungen: Nikolaj Zukanow und Angehörige des Bundes Junges Ostpreußen

Zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren und um sich ein Bild von den aktuellen russischen Restaurierungsarbeiten zu machen, hat der Gouverneur des Königsberger Gebietes, Nikolaj Zukanow, mit einer größeren Delegation und Presseanhang den Soldatenfriedhof Mattischkehmen [Sowchosnoje] besucht. Unmittelbar zuvor hatte eine Gruppe des Bundes Junges Ostpreußen (BJO), der Jugendorganisation der Landsmannschaft Ostpreußen, einen Kranz für die deutschen und russischen Soldaten niedergelegt.
Im anschließenden gemeinsamen Gespräch zeigte sich Zukanow erfreut über das Interesse der jungen Deutschen an der Region. Die Beteiligung der deutschen Seite bei der Pflege von Kriegsgräbern in dem Gebiet sei besonders wichtig, erklärte der Gouverneur. Hier könnten Deutsche und Russen gemeinsam zur Gräberpflege beitragen und bei der Versöhnung zwischen Deutschland und Russland mitwirken. Des Weiteren lobte das Gebietsoberhaupt die Zusammenarbeit mit der Kreisgemeinschaft Gumbinnen und der Partnerstadt Bielefeld.
Die Vertreter des Bund Junges Ostpreußen sprachen die besondere Rolle des Königsberger Gebietes an, die eine Schlüsselposition für eine Annäherung zwischen Deutschland und Russland haben könnte. Vor allem in Anbetracht der gegenwärtigen diplomatischen Situation sei es hier möglich, ungeachtet dessen eine einende Brücke, aufbauend aus den Gemeinsamkeiten der Geschichte, zwischen den beiden Ländern zu errichten.
Die russische Restaurierung des Friedhofes in Mattischkehmen zeigt, dass eine solche Annäherung durchaus möglich ist und kann als Vorbild für weitere Projekte in dem Gebiet dienen. Bis zum Ende des Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen werden.
Der Soldatenfriedhof Mattischkehmen ist eine von etlichen Grabstätten für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges im nördlichen Ostpreußen. Die Soldatenfriedhöfe sind mahnendes Zeugnis der Ereignisse von vor 100 Jahren. Mit 643 deutschen und 438 russischen Gefallenen ist Mattischkehmen einer der größeren Friedhöfe im Gebiet. Dort liegen Soldaten, die an der Schlacht von Gumbinnen am 20. August 1914 teilnahmen. Die Schlacht endete mit einem deutschen Rückzug, aus welchem sich schließlich die Schlacht von Tannenberg entwickeln sollte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg verwilderten und verfielen die meisten Friedhöfe im Gebiet stark, so auch Mattischkehmen. Erst in den 90er Jahren wurde das Friedhofsareal vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gepflegt. Nach einem Beschluss der Gebietsregierung aus dem vorigen Jahr wurden Gelder für die Pflege und Erhaltung von Gräbern und Denkmälern bereitgestellt. Dabei spielte der Kriegsbeginn vor 100 Jahren eine große Rolle. In diesem Rahmen begannen dann auch schließlich die Russen kürzlich mit der Restaurierung dieses Friedhofs.

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