Benes-Dekrete: Hälfte der Tschechen noch immer dafür

In einer Umfrage bezeichneten 40 Prozent der Tschechen die Dekrete als „gerecht“. Nur neun Prozent der Befragten befürworten eine Entschuldigung.

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Die Benes-Dekrete erfreuen sich in Tschechien nach wie vor großer Zustimmung: Die Hälfte der tschechischen Bevölkerung ist dafür, dass die Dekrete, aufgrund derer die Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Tschechoslowakei vertrieben und enteignet wurden, weiterhin gelten. Dies geht aus der jüngsten Umfrage des Prager Meinungsforschungsinstituts CVVM hervor. Für die Abschaffung der Dekrete sprachen sich nur 14 Prozent der Befragten aus. Die restlichen 36 Prozent Teilnehmer der Umfrage hatten angeblich keine Meinung dazu.

Was die Einschätzung der Benes-Dekrete angeht, bezeichneten sie 40 Prozent der Befragen als „gerecht“. Für 23 Prozent sind sie „ungerecht, allerdings sollte man einen Schlussstrich darunter ziehen“. Nach Auffassung von neun Prozent der Befragten waren die Dekrete „ungerecht“ und man sollte sich dafür entschuldigen. Vier Prozent betrachten sie als „ungerecht“, wobei sie nicht nur eine Entschuldigung, sondern auch eine Rückgabe oder eine Entschädigung forderten.

Jüngeren ist das Thema eher egal

Laut CVVM sinkt der Anteil der Befürworter der Benes-Dekrete allerdings: Noch vor 2005 hatten derartige Umfragen ergeben, dass rund zwei Drittel der Tschechen die Dekrete befürworteten. Während in der Altersgruppe über 60 Jahren die Zustimmung nach wie vor groß ist, trifft das auf die Jüngeren nicht mehr zu: „Die Leute zwischen 15 und 29 interessieren sich für das Thema nicht viel oder haben keine eindeutige Auffassung“, erklärten die Meinungsforscher.

Wer war Edvard Benes?

Der aus dem Londoner Exil zurückgekehrte und nach Kriegsende 1945 wieder amtierende tschechoslowakische Präsident Edvard Benes erließ die nach ihm benannten Dekrete. Sie regelten die Vertreibung und Enteignung aller Sudetendeutschen, nicht nur der Nazis unter ihnen, und machten Verbrechen der Tschechen an Deutschen straflos. Diese Benes-Dekrete wurden im Nachhinein vom Parlament gebilligt und haben bis in die Gegenwart Rechtsgültigkeit, werden jedoch nach tschechischer Interpretation „nicht mehr angewendet“. Beim EU-Beitritt 2004 weigerte sich Tschechien, die Benes-Dekrete aufzuheben. Im Wahlkampf 2013 hatte Zemann einen Teil der Sudetendeutschen als Verräter und die Vertreibung als „milde Strafe” bezeichnet, während Schwarzenberg sagte, Benes würde heute als Verbrecher gegen die Menschlichkeit angeklagt werden.

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5 Responses to Benes-Dekrete: Hälfte der Tschechen noch immer dafür

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  2. Petition auf http://www.change.org/de mit dem Titel:

    „Sofortige Herstellung des Völkerrechts für alle deutschen Vertriebenen“ an die Hochkommissarin für Menschenrechte
    Frau Navi Pillay

    Wer kann bei der Ausarbeitung der Petition helfen ?

    Mein Name ist Helmut Gobsch (geb.: 06.06.1943 in Wischkowa
    Sudetenland). Beraubt und vertreiben 1946.

    Meine Kontaktdaten:

    Helmut Gobsch
    Max-Reger-Str. 15
    06110 Halle(Saale)
    Tel.: 0345 – 80 40 559
    e-mail: helmut@gobsch.de
    skypename: helmutgobsch
    facebook: nach Helmut Gobsch suchen

  3. Dass die Tschechen die verbrecherischen Benes Dekrete gutheissen ist verständlich. Die Tschechen haben bereits vor dem 2. Weltkrieg bewiesen dass sie die fleissigen und arbeitsamen Deutschen hassen und ihnen den daraus entstandenen wirtschaftlichen Erfolg neideten. Selbst mit Köpfchen zu arbeiten waren und sind sie zu dumm und zu faul. Also hat man auf den Besitz der Deutschen geschielt und mit Hilfe der Allierten nach dem Krieg die Deutschen bestialisch behandelt und vertrieben um so an deren Besitz zu kommen (wie übrigens auch in verschiedenen anderen östlichen Ländern). Dafür hat man Verbrecher wie Benes an die Macht geputscht und damit die Verbrechen zu „legalisieren“. Aber das offizielle Deutschland hat sich mit diesen Banditen verbrüdert, zahlte „Wiedergutmachung“ und gibt den Banditen auch noch Arbeit (VW), statt diesen Verbrecherstaat zu boykottieren.

    • Manzony says:

      Also die Tschechen zu dumm und zu faul zum arbeiten und denken? Bestimmt nicht, denn in Pressburg abeiteten Tausende für das Reich, wie in Prag und anderen Gegenden. Und es waren Tschechen, die zu Tausenden auf dem Wenzelsplatz gegen den Mordanschlag an Heydrich protestierten. Es ging London nur darum , das Deutsche Reich zu einer Reaktion gegen die tschechische Bevölkerung zu mobilisieren und das ist denen gelungen durch Lidice. Für mich sind in erster Linie die damaligen britischen Politiker die Verbrecher des Jahrhunderts!
      Böhmen/Mähren war eine friedliche Oase im Reich, und das passte den Briten nicht! Sie wollten einen Flächenbrand. Das und noch einige andere Dinge führten dazu, daß sich die ansonsten friedliche Bevölkerung nach der Kapitulation der Wehrmacht wie die Tiere benahmen. Sie wollten den Siegern zeigen, daß sie alle „Widerstandskämpfer“ waren, und dies durch bestialische Grausamkeiten gegen entwaffnete Soldaten und deutsche Zivilisten.
      Leider haben die Sieger den politischen Weg der jeweiligen deutschen Regierungen vorgegeben, hier kann sich im Moment nichts ändern! Daher die ewigen Schuldbezichtigungen aus Deutschland! Na der Wirtschaft hat es ja geholfen, deutsche Waren werden gekauft und das ist die Ausrede unserer Politiker. Aber wie gesagt, die Tschechen an sich sind schon in Ordnung und Blitzbirnen gibt es auch bei uns! Oder?

  4. Friedland says:

    Lieber Manzony, die Tschechen sind eben nicht in Ordnung, da sie sich bislang nicht zu ihren Verbrechen bzw. des Völkermords an den Sudetendeutschen bekannt haben und mit diesen Verbrechen auch 69 Jahre nach Kriegsende nichts zu tun haben möchten (von kleinen Ausnahmen abgesehen).
    Auch hat die offizielle tschechische Politik bislang jeden Kontakt mit den noch lebenden Sudetendeutschen abgelehnt.
    In diese ganzen Behandlung des sudetendeutschen Dramas zeigt sich der wahre Charakter dieses Restvolkes, meine Verachtung ist ihnen gewiss.
    Wie man mit seinen vertriebenen Minderheiten umgeht, zeigen vorbildlich (!) die Ungarn, meine Hochachtung.
    Bitte zu dieser Problematik sich besser informieren, Schreiber Waschgler hat durchgängig recht!

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