Schlesische Jugend feierte im Rittersaal von Burg.

Schlesische Jugend feierte im Rittersaal von Burg. Die Pommern luden in den Walder Stadtsaal zur Weihnachtsfeier ein.

Image635228948186553388Dass sich die Sehnsucht mildern lässt im Licht der hellen Kerzen,“ endete der Lichterspruch, den die 82-jährige Schauspielerin Dorothea Walda am Sonntagnachmittag vorlas, während die Kerzen des Weihnachtsbaums im Rittersaal von Schloss Burg angezündet wurden. Die Schlesische Jugend NRW lädt hier alljährlich zu einer Feier ein, bei der alte Bräuche aus dem Osten vorgestellt werden. In diesem Jahr lag der Schwerpunkt auf Ostpreußen.

Besondere Delikatesse: Schlesische Weißwurst

„Die Bäumchen waren bescheiden geschmückt“, erklärte Walda den etwa 60 Besuchern. Pfefferkuchen, Äpfel, Strohsterne und goldene Nüsse, die das Christkind um gutes Geld fürs kommende Jahr bitten sollen, hingen die Ostpreußen vor etwa 200 Jahren in die Zweige. Renate Sappert (52) aus Gummersbach erinnert sich, dass es bei ihren aus Schlesien stammenden Eltern an Weihnachten Schlesische Weißwurst und Kalbsfleisch in Sahne als besondere Delikatesse gab. „Pfefferkuchen backe ich auch selber noch jedes Jahr.“ Dorothea Walda, die 1931 als Sonntagskind unter dem Geläut der Breslauer Domglocken zur Welt kam, freute sich besonders über das Vorsingen des schlesischen Chorwerks „Transeamus usque Bethlehem“.

„Das kommt für uns direkt nach ‚Stille Nacht, heilige Nacht’“, begeisterte sie sich. Heiligabend bedeutete in Waldas Kindheit immer eine große Tafel: „Mein Vater hatte ein Lebensmittelgeschäft und alle Mitarbeiter mussten zuerst mit uns feiern, bevor sie zu ihren Familien durften.“

Pfefferkuchen spielt auch in Pommern eine wichtige Rolle

Sowohl in Schlesien wie auch in Pommern spielte der Pfefferkuchen zu Weihnachten eine wichtige Rolle. „Der Teig wurde schon vier Wochen vorher angesetzt, damit die Gewürze gut durchziehen. Danach begann für die Naschkatzen in der Familie die Suche nach dem Versteck“, schmunzelte Irene Hackbarth, die auf der Weihnachtsfeier der Pommerschen Landsmannschaft im Walder Stadtsaal eine vergnügliche Geschichte über die pommersche Weihnachtsschule vortrug.

Dabei übte traditionell der Dorfschullehrer mit seinen Schützlingen ein Weihnachtsstück ein, das an Heiligabend in der Kirche aufgeführt wurde. Hackbarth führte diese Tradition 45 Jahre lang in Solingen fort, aber inzwischen fehlt der Nachwuchs. „Das Besondere an Weihnachten auf dem Land war, dass es keinerlei Hektik gab. Es war besinnlich,“ so die 82-jährige. Über 100 Besucher nahmen sich an diesem Nachmittag die Zeit für ein gemütliches Beisammensein und genossen das Programm mit Liedern, Tänzen und Geschichten – nicht nur aus Pommern, auch auf Solinger Platt.

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