Im Streit der Stile.

Die Künstlerkolonie Nidden zwischen Impressionismus und Expressionismus

 

Eine neue Ausstellung im Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg

30. November 2013 bis 2. März 2014

Sie sind herzlich eingeladen zur Ausstellungseröffnung am:

Freitag, 29. November 2013, 19.00 Uhr

Ausstellungsort: Ostpreußisches Landesmuseum

Kurator: Dr. Jörn Barfod (OL)

Ernst_Bischoff-Culm_Der_Dichter_Walther_Heymann_um1908

„Die Farbenpracht ist unvergleichlich, wenn der Osthimmel das Feuerwerk des westlichen
widerspiegelt. Zarteste Pastellfarben in Blau und Rosa, und der federnde Boden ist geschmückt mit
den feinen Wellenlinien, die der Wind hineinzeichnet.“
Thomas Mann über Nidden, 1931

Nidden (heute Nida, Litauen) ist ein kleiner malerischer Fischerort auf der Kurischen Nehrung, der
durch sein legendäres Spiel von Licht, Sonne und Wasser verzaubert. Nicht nur Maler und Künstler
zog er so in seinen Bann, sondern auch Schriftsteller und Gelehrte wie Thomas Mann oder Wilhelm
von Humboldt. Thomas Mann selbst beruft sich auf Wilhelm von Humboldt, der so erfüllt war von
Nidden, dass er feststellte, man müsse diese Gegend gesehen haben, wenn einem nicht ein
wunderbares Bild in der Seele fehlen solle.
In der Entwicklung dieses Künstlerortes sind Impressionismus und Expressionismus für das Schaffen
der Maler entscheidend gewesen, geprägt durch große Namen wie Max Pechstein oder Ernst
Mollenhauer. Der Beginn, ab ca. 1895, ist impressionistisch geprägt. Stellvertretend hierfür steht vor
allem der Name Ernst Bischoff-Culm. Mit dem ersten Aufenthalt von Max Pechstein in Nidden, 1909,
beginnt die künstlerische Auseinandersetzung oder, wie es der Maler Hans Kallmeyer 1924
beschrieb: „Der Kampf der Stile“.
Mit den weiteren Besuchen Pechsteins 1911 und 1912 setzt er sich fort, nach dem Ersten Weltkrieg,
1919 und 1920, sind die Begegnungen Pechsteins mit Malern der nächsten Generation prägend,
unter diesen z. B. Ernst Mollenhauer und Karl Eulenstein. Der Expressionismus hatte sich
durchgesetzt. Es folgen aber schon bald andere, die Zahl der in Nidden vertretenen Künstler und
Richtungen wächst mit den Gästezahlen des Ortes. Wie die Künstler jeweils in ihrer Art auf die
Herausforderungen des Ortes und der Landschaft der Kurischen Nehrung reagierten, zeigen die
Arbeiten in der Ausstellung.
Ein besonderes Ausstellungskapitel ist dem Zentrum der Künstlerbegegnungen in Nidden gewidmet,
dem Hotel Hermann Blode. Aus dem Nachlass Ernst Mollenhauers werden Fotos, Pläne und
Ausstattungsteile gezeigt, die das Aussehen der Hotelanlage wiedergeben, sowie die wenigen
erhaltenen Stücke aus der legendären Kunstsammlung des Hauses. Zur weiteren Ergänzung werden
historische Aufnahmen aus Nidden in frühen Farbdias gezeigt. Eingestreute Gedichte geben einen
Hinweis darauf, wie Schriftsteller die Nehrung sahen.
Die Ausstellung erinnert an den 50. Todestag von Ernst Mollenhauer (1892-1963).

 

Max_Pechstein_Fischerhaeuser_in_Nidden_bei_Gewitterstimmung_1919_1920

 

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Das Ostpreußische Landesmuseum …

… thematisiert in Dauer- und Wechselausstellungen auf fünf Etagen Kultur und Historie einer Region von über
700 Jahren ostdeutscher Geschichte. Neben der historischen Abteilung werden Kunst, Kunsthandwerk und
naturkundliche Aspekte von Ostpreußen mittels eindrucksvoller, seltener und ungewöhnlicher Objekte aus einer
reichhaltigen und vielfältigen Sammlung vorgestellt.
Gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des
Deutschen Bundestages und aus Mitteln des Landes Niedersachsen.

Geöffnet:
Dienstag – Sonntag 10.00 – 18.00 Uhr.
Verkehrsverbindungen:
vom Lüneburger Bahnhof Buslinien in Richtung Am Sande
Eintrittspreise:
Erwachsene: 4,00 € / ermäßigter Eintritt: 3,00 € / Familienkarten: 6,00 € /Kinder bis 16 Jahre frei!
Führungen: Wir bieten ein umfangreiches Angebot. Nähere Informationen im Internet oder telefonisch unter
04131 / 75 99 50.

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