Vertreibung und Flucht im Film

Filmgespräch mit Ex-Minister Windelen

Warendorf „Die Flüchtlinge und Vertriebenen waren ein großes Problem für Deutschland“, berichtet der ehemalige Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte, Heinrich Windelen, im Filmgespräch mit Regisseurin Karin Kaper. „Die Vertreibung ist kein isoliertes Schicksal gewesen, sondern das eines gesamten Volkes. Das Problem bedurfte daher einer gesonderten Aufarbeitung.“

Windelen

Die liefert der Film „Flucht. Vertreibung. Heimatlos. Aber das Leben geht weiter“ von Karin Kaper. Der Dokumentarfilm thematisiert die Flucht und Vertreibung dreier deutscher und dreier polnischer Frauen.

In den ganz persönlichen Geschichten der Protagonistinnen werden die deutsch-polnischen Beziehungen und die Vorkommnissen in den Kriegswirren bis zur endgültigen Vertreibung dargestellt. Die Gegenüberstellung der Schicksale der Deutschen und Polen hat in Kapers Augen etwas Versöhnliches, da beiden Familien das gleiche Schicksal widerfahren ist.

Seit der Premiere im Mai 2011 erhält der Film immer wieder große positive Resonanz. Viele Zuschauer finden bemerkenswert, wie offen die Protagonistinnen über ihr Schicksal berichten. Dies wird in den Filmnachbesprechungen mit Regisseurin Kaper besonders deutlich.

Auch Heinrich Windelen ist beeindruckt von dem Film. Und nachfühlen kann der gebürtige Schlesier die Situation auch. Während dessen Kriegsgefangenschaft floh seine Familie vor der Roten Armee nach Westfalen. „Tausende Flüchtlinge fanden in dieser Zeit Zuflucht in Warendorfer Pferdeställen“, so Wendelin. Warendorf war Auffang- und Durchgangslager und deshalb mit der Thematik ganz direkt konfrontiert.

Quelle: WN

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